Geschichte der Fußballabteilung

Die schwierigen ersten Jahre

Im Laufe des Jahres 1947 traten jedoch noch verschiedene Veränderungen im Vorstand ein. So übernahm schon im Juli Willi Bergk das Amt des 1.Vorsitzenden, das er bis zum Jahre 1970 inne hatte. Neuer Schriftführer wurde der spätere Bürgermeister Heinz Ulm.

Es wurde sehr schnell ein geregeltes Training auf dem alten Sportplatz am Rottweg organisiert, denn die Mannschaft der 1. Stunde formierte sich vorwiegend aus Aktiven, die in der fußballlosen Lang-Gönser Zeit bei anderen Vereinen mit Erfolg "gekickt" hatten. Kein Wunder, dass schon kurz nach der Gründung die ersten Freundschaftsspiele auf dem Programm standen. Waren es erst nur Reservemannschaften, so wurden bald auch B-und A-Klassen-Vereine als Gegner der neuen Lang-Gönser Fußballelf herausgefordert.

Die schnelle sportliche und kameradschaftliche  Entwicklung brachte der Abteilung immer neue Anhänger, Mitglieder und auch aktive Spieler. Aus diesem Grunde entschloss man sich schon an den Verbandsspielen des Jahres 1947/48 teilzunehmen. Hier traten jedoch die ersten Schwierigkeiten auf, mit denen die junge Abteilung in dieser Zeit konfrontiert wurde. Es fehlte an Fußballschuhen, Trikots und sonstiger Sportausrüstung, die damals nur durch Beziehungen (Butter, Eier, Speck usw.) beschafft werden konnten.

Die erste Mannschaft spielte in diesem ersten Jahr in der C-Klasse und belegte  einen guten 2. Platz hinter dem SV Annerod.

Der Fußballsport begeisterte auch zunehmend die Jugend, so daß man bald den Vorstand durch die Wahl eines Jugendleiters ergänzen musste. Dieses Amt wurde Otto Schneider übertragen, doch konnte die neu aufgestellte Schüler- und Jugendmannschaft noch nicht in Erscheinung treten, da weder Spielkleidung noch Fußballschuhe zu beschaffen waren. So blieb es im ersten Jahr bei Freundschaftsspielen in umfunktionierter Straßenkleidung.

Die Senioren belegten in der Verbandsrunde des Jahres 1948/49 wieder den 2. Tabellenplatz, diesmal hinter dem SV Saasen. In dieser Saison konnten die ersten Trikots der Fußballabteilung (blau/weiß) angeschafft werden.

Am 12. März 1949 fand die zweite Jahreshauptversammlung statt, wonach sich der neue Vorstand wie folgt zusammensetzte:

1. Vorsitzender:              Willi Bergk

2. Vorsitzender:              Erich Wirth

Schriftführer:                 Heinz Ulm

Kassierer:                       Franz Krämer

Pressewart:                    Helmut Naumann

Jugendleiter:                  Otto Schneider

Spielausschuss:                Heinrich Bopf

 In diesem Jahr hatte die junge Abteilung trotz schwieriger Nachkriegszeit bereits einen geringen Kassenüberschuss zu verzeichnen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1949 waren große Schwierigkeiten zu überwinden. Verschiedene Sportkameraden zogen von Lang-Göns weg, andere wiederum kehrten der Abteilung den Rücken. In diesen kritischen Monaten ist es hauptsächlich der Initiative des Abteilungsleiters Willi Bergk zu verdanken, dass der Fußball in Lang-Göns nicht unterging, auch wenn dies von anderer Seite so oft prophezeit wurde. Willi Bergk berief eine außerordentliche Generalversammlung ein, die zur Folge hatte, dass sich alle Sportkameraden zum Fußballsport bekannten und die Abteilung wieder auflebte.

 Im Spieljahr 1949/50 wurde die seitherige C-Klasse aufgelöst und der TSV belegte auf Anhieb in der B-Klasse den 2. Tabellenplatz hinter Allendorf/Lahn. Noch größer war der Erfolg in der Pokalrunde, wo man erst im Halbfinale unglücklich mit 1:0 am späteren Bezirks-Pokalmeister, dem TSV Hungen (3:2 Sieger gegen VfB Gießen) scheiterte. 

In dieser Zeit schlossen sich neue Spieler der Fußballabteilung an:

Edwin Weller, Ernst Kiebel, Josef Schön, Walter Zimmermann, Erwin Schäfer, Erich Dathe, Alwin Velten, Georg Schallwig, Willi Luh, Erich Degen und Hermann Thiele. 

Nun verfügte man erstmalig über zwei spielstarke aktive Mannschaften und liebäugelte mit dem Aufstieg in die A-Klasse.

Die sportlichen Erfolge hatten auch steigende Zuschauerzahlen zur Folge. Hatte man bisher nur mit dem "Hut" kassiert, so mussten jetzt Eintrittskarten verkaufen werden und für die weiteren Auswärtsfahrten war ein Omnibus zu organisieren. 

In der Generalversammlung am 16.02.1950 übernahm Edwin Weller das Amt des Jugendleiters, das er insgesamt zwanzig Jahre mit großem Engagement ausübte.

Bereits im März 1950 veranstaltete die Abteilung im Saal der Gastwirtschaft Hebbel (heutige Katholische Kirche) einen gelungenen "Bunten Abend", der von Heinz Ulm und Edwin Weller sehr gut vorbereitet war. Von dem finanziellen Überschuss wurde ein neuer Satz Trikots angeschafft. Da über 80 % unserer Gegner in blau/weiß oder den TSV-Farben rot/weiß spielten, entschloss man sich zur grünen Trikotfarbe. So wurde dieser Abend zur Geburtsstunde unseres "Grün und weiß wie lieb ich Dich".

Im gleichen Jahr wurde der neue Sportplatz am Niederhofen seiner Bestimmung übergeben. Aber nicht nur die Spielstätte wurde gewechselt, sondern ein Jahr später auch das Vereinslokal. Als die Gastwirtschaft Krämer schloss, wurde bei Willi Heider  (heutige Bäckerei Künkel, Bahnhofstraße) ein neues Domizil gefunden.

In der Runde 1951/52 wurden die TSV-Fußballer ungeschlagen Kreismeister der B-Klasse und schafften damit erstmals den Aufstieg in die A-Klasse. Dieser Spielklasse gehörte die Abteilung mit einem beständigen Spielerkader drei Jahre an. 

1955 musste die Fußballabteilung erneut das Vereinslokal wechseln, da Willi Heider seine Gaststätte nicht mehr weiterführte. Man entschloss sich, in die Gastwirtschaft Rühl umzuziehen, die auch das Vereinslokal der übrigen Abteilungen des TSV war.

Sportlich waren die fünfziger Jahre von wechselndem Erfolg geprägt. In der Runde 1954/55 stieg unsere Mannschaft wieder in die B-;Klasse ab und es dauerte 4 Jahre, bis sie 1959 als Kreismeister in die A-Klasse zurückkehrte. 

  Die erfolgreichen sechziger Jahre

 Die von Edwin Weller über ein Jahrzehnt kontinuierlich betriebene Jugendarbeit prägte das Bild der Senioren Mannschaften in den sechziger Jahren und darüber hinaus. Als gelungener Übergang von der Jugend in die erste Mannschaft nahm 1960 die neu gebildete Juniorenmannschaft an der Runde auf Bezirksebene teil und konnte mit herrlichem Fußballspiel  den Bezirksmeistertitel erringen. 

Für die Fußballabteilung begann eine erfolgreiche Zeit. Die  neu formierte „Erste“ spielte anfangs in der A-Klasse mit wechselndem Erfolg, aber am Ende der Saison 1963/64 konnte man den bis dahin größten Erfolg erringen, als punktgleich mit Daubringen der erste Tabellenplatz belegte wurde. Das fällige Entscheidungsspiel um die Kreismeisterschaft im Mai 1964 in Steinbach konnte jedoch der SV Daubringen mit 4:1 für sich entscheiden.

Zwar wurde der Titel nicht erreicht, jedoch der sportliche Erfolg war durch die Neuenteilung der Spielklassen gegeben. Die Spitzenmannschaften der A-Klasse wurden mit der bisherigen Bezirksklasse zu einer „Überkreislichen A-Klasse“ zusammengelegt. So spielte der TSV Lang-Göns während der Verbandsrunde des Jahres 1964/65 in dieser Klasse und konnte einen guten 6. Tabellenplatz erringen.

Diese Platzierung reichte aus, um bei der Neugliederung der hessischen Spielklassen in die Bezirksliga aufzusteigen.

Dieser Erfolg der Fußballabteilung drückte sich auch in den seit 1966 ausgespielten Hüttenberg-Pokal-Turnieren aus. So gewann unsere spielstarke Bezirksligamannschaft in den ersten 5 Jahren drei mal das Turnier. 

Der Höhenflug des TSV Lang-Göns währte jedoch nur bis 1970, denn nach 5 Jahren Bezirksligazeit musste man am Ende der Saison 1969/1970 wieder den Gang in die A-Klasse antreten.

In dieser Zeit gründete sich mit der Fertigstellung der Turnhalle die Gruppe der 'Mittwoch-Frauen', die neben ihrer sportlichen Betätigung  nun schon fast 40 Jahre als Initiatorinnen mancher Geselligkeit in der großen Fußballfami­lie aktiv sind. 

Die wechselhaften siebziger Jahre

1970 übernahm der seitherige Jugendleiter Edwin Weller das Amt des Abteilungsleiters, da Willi Bergk nach 23 Jahren erfolgreicher Arbeit aus persönlichen Gründen zurücktrat. Er blieb der Abteilung jedoch als Ehrenvorsitzender und später als Mitglied des Ältestenrates erhalten.

Im Jahre 1972 feierte die Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen, das am Pfingstsamstag mit dem traditionellen Hüttenberg-Pokalturnier eröffnet wurde. 

Nach Abschluss des 2-tägigen Turniers fand am Pfingstsonntag in der voll besetzten Sport- und Kulturhalle der Festkommers statt, bei dem man auch viele Gründer und Freunde aus nah und fern begrüßen konnte. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete das Jubiläumsspiel gegen den damaligen Bundesligisten Karlsruher SC und eine mehrtägige Abschlussfahrt der Senioren-Mannschaften nach Prag im August 1972.

Im gleichen Jahr erreichte man das Endspiel im Hessenpokal, wo man jedoch im Kreisfinale der Oberligamannschaft des VfB 1900 Gießen mit 1:4 unterlag.

In der Zwischenzeit wurde durch die Gemeinde mit dem Bau des neuen Sportplatzes mit Flutlichtanlage begonnen. Rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum des TSV Lang-Göns konnte dieser fertiggestellt und Pfingsten 1974 feierlich übergeben und eingeweiht werden. In Eigenleistung ergänzte die Fußballabteilung die neue Sportanlage durch den Bau eines Geräte- und Spielerraumes und konnte so ihr sportliches und geselliges Angebot weiter verbessern.

Hier waren es besonders die aus Altersgründen ausgeschiedenen Spieler, die sich motiviert fühlten, weiterhin die Fußballschuhe anzuziehen und so eine neue 'Alt-Herren-Mannschaft' gründeten. Wenn es auch keine offizielle AH-Runde im Kreis Gießen gab, so standen dennoch die Mannen um Werner Achenbach nahezu das ganze Jahr über voll im 'Stress', denn sie waren überall ein begehrter Gast bei Freundschafts- und Turnierspielen. 

Sowohl im Senioren- als auch im Jugendbereich spürte man die Vorteile der neuen Sportanlage. So konnte 1975 eine Frauen-Fußballmannschaft gegründet werden, die auf Anhieb an den Verbandsspielen teilnahm.

Bereits 1977 waren es die jüngeren Mädchen, die erstmals Hallenkreismeister des Kreises Gießen wurden und in den folgenden Jahren den Spielerstamm der Frauen erheblich verstärkten.

Gefestigt hatte sich auch wieder die Jugendabteilung unter der neuen Leitung von Hans-Jürgen Naumann und Hans Bergk. Allein zu Beginn des Spieljahres 1975/76 konnte man über 30 jugendliche Neuzugänge vermelden, so dass wieder alle Jugendklassen besetzt werden konnten. 

Bei den Seniorenmannschaften zeigte sich eine neue Spielfreude. So stand die 1. Mannschaft im Jahre 1975 im Endspiel des Landratspokals, wurde 1976 nach einem 4:2-Erfolg über Lehnheim Kreispokalsieger und schied erst auf Bezirksebene trotz einer 2:0-Führung recht unglücklich nach begeisterndem Spiel mit 5:3 in Battenberg aus.

Auch in der Verbandsrunde 1975/76 zählte man lange zu den Meisterschaftsfavoriten, doch reichte es letztlich 'nur' zum 3. Tabellenplatz. So war es auch keine Überraschung, dass nach langer Unterbrechung diese Mannschaft 1976 den begehrten Hüttenberg-Pokal wieder nach Lang-Göns holte.

Als im Jahre 1975 die Gemeinde Lang-Göns mit der französischen Gemeinde Clouange eine Partnerschaft gründete, war es die Fußballabteilung, die mit als erste diese Partnerschaft mit Leben erfüllte. Noch im gleichen Jahr richtete man auf dem neuen Sportgelände das 1. Partnerschaftsturnier aus, an dem bereits auch die Sportvereine der übrigen Ortsteile der geplanten und ab 1977 bestehenden Großgemeinde Langgöns teilnahmen. Dieses Turnier wurde in den ersten vier Jahren in ununterbrochener Folge gewonnen und war bis Anfang der neunziger Jahre Bestandteil des sportlichen Miteinanders.

1977 gab es dann eine Änderung in der Abteilungsleitung, da Edwin Weller aus beruflichen Gründen nur noch für den Posten des 2. Vorsitzenden kandidierte. An seine Stelle trat der bisherige Stellvertreter Günter Hock, der die Abteilung bis zum Jahre 1981 leitete.

 Höhen und Tiefen der Achtziger 

 In der Generalversammlung am 1979 wurde dann zur Unterstützung der umfangreichen Abteilungsarbeit erstmals ein Ältestenrat gewählt, dem die Altge­dienten Willi Bergk, Kurt Dern und Georg Schallwig angehörten.

Im gleichen Jahr erhielt auch die Frauenmannschaft mit der Gründung einer Mädchenmannschaft den notwendigen sportlichen Unterbau. 1980 übernahm Hans Jürgen Stanzel die Frauenmannschaft und schaffte 1980/81 erstmals die A-Klassenmeisterschaft und den Aufstieg in die Bezirksliga. Bereits zwei Jahre später, in der Saison 1983/84, wurden die Frauen mit 5 Punkten Vorsprung Bezirksmeister und stiegen somit in die damalige höchste hessische Spielklasse, die Landesliga, auf der sie leider nur ein Jahr angehörten. 

 Sehr aktiv blieben in dieser Zeit auch die 'Alten Herren', die 1984 in gebührender Weise ihr 10-jähriges Bestehen feierten.

 Anders verlief es im Seniorenbereich. Hier machte sich naturgemäß das Tief in der Jugendabteilung Anfang der 70er Jahre bemerkbar. Es mangelte zusehends an talentierten Nachwuchskräften, so dass die 1. Mannschaft nach 21 Jahren A- und Bezirksligazeit in der Spielzeit 1981/82 erstmals wieder in die B-Klasse absteigen musste.

Der Abstieg war zwar bitter, aber auch eine Herausforderung und Bewährungsprobe zugleich. Das Ziel war, möglichst schnell den Wiederaufstieg zu schaffen, was jedoch nicht ganz so einfach und reibungslos vonstatten ging. Dies zeigt sich auch bei der Besetzung der Abteilungsspitze. Gerd Schömann (1 Jahr), Hans-Jürgen Naumann (3 Jahre) und Hans Bergk (1 Jahr) hatten mit vielerlei Problemen zu kämpfen, um das gesteckte Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. 1985 war sogar eine zweite Jahreshauptversammlung notwendig, um bei den anstehenden Neuwahlen eine Lösung für den Abteilungsvorstand zu finden.

Die in den 70-er Jahren forcierte Jugendarbeit zahlte sich nun aus. Die jungen Eigengewächse bildeten mit den erfahrenen Spielern und dem Spielertrainer Helmut Möller und Kapitän Günther Leukel eine spielstarke Truppe. Am Ende der Saison 1985/86 war dann das lange ersehnte Ziel erreicht - die 1. Mannschaft wurde souveräner Kreismeister und kehrte in die A-Klasse zurück.

 Auch auf der Vorstandsebene kehrte für viele Jahre Beständigkeit ein. Karl-Heinz Briegel übernahm die Leitung der Abteilung und hatte mit Hans-Jürgen Naumann, Kurt Dern und weiteren erfahrenen Vorstandsmitgliedern ein gutes Team, das für die wichtige abteilungsinterne Kontinuität sorgte.

1987 waren die herausragenden Ereignisse die Veranstaltungen zum 40-jährigen Bestehen der Fußballabteilung. Neben einem Festkommers wurde auch die Lang-Gönser Kirmes ausgerichtet. 

Die 1. Mannschaft hatte in den ersten Jahren der A-Klasse stets zufriedenstellende Mittelfeldplätze erreicht, jedoch verließen am Ende der Saison 87/88 sechs aktive Spieler den Verein. Der Aderlass erforderte für die neue Spielzeit die Integration junger Spieler. Zur Überraschung aller erreichte die sich ständig verändernde Mannschaft (28 in der Ersten eingesetzte Spieler) einen 7. Platz in der Abschlusstabelle. Im darauf folgenden Jahr entging man dem Abstieg jedoch nur knapp.

 Bei den Frauen übernahm 1989 Sabine Eidmann das Ruder (zuvor Michael Glaum und Erika Guhr) und in der darauf folgenden Meisterschaftsrunde gelang mit der langjährigen Trainerin Ruthild Schmidt erneut der Aufstieg in die Landesliga, in der die Mannschaft den Verein bis 1996 vorbildlich repräsentierte.

Die Mädchenmannschaft wurde im Jahr 1989 Kreismeister und Pokalsieger. 

 Die 90er - das hochklassige Jahrzehnt

Bei den Senioren schwang mittlerweile Momo Boskovic, ein ehemaliger Profi, das Zepter. Das angestrebte Ziel - die durch Klassenzusammenlegungen neu gebildete Bezirksliga - wurde leider nicht erreicht, jedoch steigerte sich die Mannschaft vor allem spieltechnisch. So konnte im Jahr darauf nach einer grandiosen Aufholjagd der Aufstieg gefeiert werden und Lang-Göns hatte seit zwei Jahrzehnten wieder eine Bezirksliga-Elf. 

Zwischenzeitlich, im Jahre 1991, wurde Dr. Wolfgang Weyers zum Abteilungsleiter gewählt, dem für die Vorstandsarbeit alle seitherigen, erfahrenen Vorstandsmitglieder erhalten blieben. Die sportlichen Leistungen der Senioren stabilisierten sich und weiterhin kam der Jugendarbeit ein hoher Stellenwert zu.

Für die 'Alt-Herren-Mannschaft' war die Saison 92/93 von Erfolg gekrönt. So konnte in der Halle das 'Masters-Turnier' gewonnen werden und auf dem Feld drang die Mannschaft bis zum Pokalendspiel vor. Im Giessener Waldstadion unterlag Harry Schnabels Elf erst im Elfmeterschießen dem SV Inheiden.

Im Seniorenspielbetrieb kam im Spieljahr 93/94 'Sand ins Getriebe'. Der neu verpflichtete Trainer Burkhard Kracht musste im Herbst vom Interimscoach Bernd Weisbrod abgelöst werden und nach der Winterpause kehrte Momo Boskovic als Trainer zurück. Trotz der Trainerwechsel konnte ein Mittelfeldplatz gesichert werden. 

Die 'Alten Herren' feierten im September 1994 ihr 20-jähriges Bestehen und die Frauenmannschaft konnte als Landesligaelf das gleiche Jubiläum an Pfingsten 1995 begehen.

Die Jahreshauptversammlung im Mai 1995 brachte einen totalen Wechsel an der Spitze der Fußballabteilung. H.-J. Naumann schied nach 25-jähriger, Karl-Heinz Briegel nach 10-jähriger Vorstandstätigkeit aus. Neuer Abteilungsleiter wurde Dieter Seidl, dem - neben dem wiedergewählten Achim Frey - die 'Neulinge' Matthias Spelkus, Matthias Janke und Steffen Heußner dem Vorstandsteam angehörten. 

Mit vielfältigen Aktivitäten (z.B. Banden-Werbung, Fußballzeitschrift Kick Info) und gezielten Verstärkungen für die 'Erste', ging es in die erfolgreichsten Spielrunden der Vereinsgeschichte. Bernd Stark, zuvor als Spieler verpflichtet und dann als Trainer eingesetzt, konnte sofort im ersten Jahr mit seiner Mannschaft über die Relegationsrunde den Aufstieg des TSV in die Bezirksoberliga feiern. Dies war bis dato der größte sportliche Erfolg des TSV Lang-Göns.

Unsere Bezirksoberliga-Mannschaft hatte zu diesem Zeitpunkt - wie kaum eine Mannschaft dieser Klasse - einen hohen Anteil an 'Eigengewächsen', denn die gute Jugendarbeit bildete die Grundlage für die Erfolge im Seniorenbereich. Erfreulich war dabei, daß sich viele aktive Spieler wiederum als Trainer und Betreuer in der Jugendarbeit engagierten. 

Diese Arbeit zeigte Früchte, denn so qualifizierte sich die A-Jugend für die Bezirksliga, was letztmalig zwanzig Jahre zuvor gelang und spielte dort einige Jahre eine gute Rolle.

Den umgekehrten Weg ging leider unsere Frauenmannschaft, die auf eigenen Antrag aus der Landesliga in die Bezirksliga eingestuft wurde.

Die 2. Mannschaft der Abteilung spielte in der laufenden Meisterschaftsrunde 1996/97 erstmalig in Konkurrenz in der B-Klasse Giessen. Die Gegner waren ausnahmslos 1. Mannschaften, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten belegte die 'ehemalige Reserve' einen guten Mittelfeldplatz.

Ein Höhepunkt im Jahr 1997 außerhalb des Spielbetriebs waren zweifellos die verschiedenen Veranstaltungen zum 50-jährigen Jubiläum. Die bekannte Volksmusik-Gruppe 'Kastelruther Spatzen' trat auf und für die jüngeren Gäste wurde eine 'HR3-Disco-Abend' veranstaltet. Es wurde ein Festzelt für ca. 3000 Besucher aufgebaut und viele Mitglieder der Abteilung, gleich ob alt oder jung, trugen zum reibungslosen Ablauf des Jubiläums bei.

 Die Fußballabteilung im letzten Jahrzehnt 

 Im Jahre 1999 kam es in der Jahreshauptversammlung zu einem notwendigen Umbruch in der Vereinsführung. Der Versuch, die Zugehörigkeit zur Bezirksoberliga mit überzogenen finanziellen Mitteln zu erhalten, hatte die Abteilung in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Nach kritischen Fragen der Mitglieder und einer Stellungnahme des Ehrenvorsitzenden Edwin Weller zu den Jubiläumseinnahmen war das Vertrauen in den bisherigen Vorstand nicht mehr gegeben. Mit Hans-Jürgen Naumann an der Spitze wurde ein Neuanfang gemacht. Die finanzielle Schieflage konnte nur mit Unterstützung des Gesamtvereins aufgefangen werden. 

Zum 31.12.1999 schloss das Gasthaus Rühl unter der Leitung von Walter und Herta Wagner, es hieß somit nach über 40 Jahren für die Fußballer Abschied nehmen und man fand mit dem Landgasthaus 'Gambrinus' - Beim Wissig - ein neue Vereinsgaststätte in Langgöns.

Nach vier Jahren in der Bezirksoberliga musste unsere 1. Mannschaft nach der Saison 1999/2000 leider den Gang in die Bezirksliga antreten, der Aderlass vor dieser Saison war zu groß, um die Klasse mit überwiegend jungen Spielern zu sichern.

Im Juli 2000 führte unsere Abteilung die Kirmes durch. Diese und weitere Veranstaltungen der folgenden Jahre trugen dazu bei, dass unter der kompetenten Leitung von Kassenwart Martin Lüdge die Finanzen saniert wurden.

Leider verstarb im November 2000 nach schwerer Krankheit unser langjähriges Vorstandsmitglied Karl-Heinz Briegel. Er hatte fünfzehn Jahre lang maßgeblich am sportlichen Erfolg und dem guten Ansehen des Vereins mitgewirkt.

Auf der Jahreshauptversammlung im Mai 2001 wurden von Matthias Janke und Steffen Heußner den Mitgliedern erstmals Ideen für den Bau eines neuen Vereinsheims vorgestellt. Dies bildete die Grundlage für den dann im Sommer 2002 beginnenden Bau am Sportplatz.

In dieser Zeit wurde durch die Gemeinde Langgöns ein Aschen-Trainingsplatz im Kleinfeldformat hinter den beiden Turnhallen errichtet, der seither für alle Mannschaften den Trainingsbetrieb bei schlechten Witterungsbedingungen ermöglicht.

Neben dem mittlerweile etablierten Kick-Info dient seit dem Jahre 2002 auch das Internet als Informationsträger des Vereins. Unter www.tsvlangggoens.de sind sowohl aktuelle Daten und Bilder vorhanden als auch die direkte Kommunikation per Mail mit der Abteilung Fußball möglich.

Im Spieljahr 2002/2003 qualifizierte sich die 1. Mannschaft bei einer Spielklassenreform als Tabellensechster für die neue Bezirksliga Süd. Gleichzeitig schaffte die 2. Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse Giessen, ein Erfolg der durch die mittlerweile breite Basis der Senioren-Fußballer geschaffen wurde. Leider hielt sich die junge Mannschaft nur ein Jahr und musste im darauffolgenden Spieljahr 2003/04 wieder in die B-Klasse absteigen. 

Im Mai 2003 vollzog sich erneut ein Vorstandswechsel. Hans-Jürgen Naumann schied auf eigenen Wunsch aus der Vorstandsarbeit aus, die er seit den siebziger Jahren in verschiedenen Funktionen innehatte. Nachfolger wurde der ehemalige Oberliga-Spieler und langjährige Sturmführer der 1. Mannschaft Mark Wedel, der diesen Posten bis heute bekleidet. Ihm zur Seite stehen die erfahrenen Gerd Schömann und Martin Lüdge, unser Garant für wirtschaftliche Stabilität.

 Im Juni 2003 war es nach 10-monatiger Bauzeit soweit. Es wurde die Einweihung des Vereinsheims gefeiert, welches seither unter der hervorragenden Führung von Wolfgang Bunzek und seinem Team der Stolz der Abteilung und der Mittelpunkt des Vereinslebens ist. Die größte Herausforderung der Abteilung Fußball war unter der Leitung von Erwin Harjung und Gerd Schömann erfolgreich gemeistert worden, dies gelang nur mit den unzähligen ehrenamtlichen Helfern in allen Bereichen.

Ab der Saison 2003/04, und dies bis heute, nimmt eine 3. Mannschaft in der Reserverunde der B-Klasse mit gutem sportlichem Erfolg am Spielbetrieb teil. Die große Anzahl an Spielern im Seniorenbereich, teilweise ergänzt durch 'AH-Spieler', macht dies möglich. Damit stellt der TSV Lang-Göns als aktuell einziger Verein drei Mannschaften im Seniorenspielbetrieb des Sportkreises Giessen.

Der 30.09.2004 war ein wichtiger Tag für unsere Jugendabteilung, die Gründung des 'Förderverein Jugendfußball TSV Lang-Göns'. Unter der Leitung von Stefan Wanke werden seitdem zahlreiche sportliche und außersportliche Aktivitäten der Nachwuchsfußballer finanziell und personell unterstützt. Weiterhin nimmt hierbei die Ausbildung der Jugendtrainer einen wichtigen Stellenwert im Verein ein.

Für die Saison 2004/05 nahmen unsere Frauen den Spielbetriebs wieder auf. Basis bildete hier die in den Vorjahren unermüdlich vorangetriebene Aufbauarbeit von Pavel Blaha, der mit einigen Erfolgen in den verschiedenen Mädchen-Mannschaften und der Auszeichnung des Vereins mit dem Sepp-Herberger-Preis  Anerkennung fand.  

Nach der Kreisligameisterschaft der U16-Mädchen hatte in der Saison 2005/06 endlich nach über 10 Jahren auch wieder einmal eine männliche Jugendmannschaft einen Kreismeistertitel gewonnen. Mit dem Trainer Christian Heußner und Betreuer Hans Bergk feierte die D11-Jugend den 1. Platz in der Kreisliga Giessen. Dies ist nur ein Anzeichen für die weiter intensivierte Jugendarbeit der Abteilung.

Die 1. Mannschaft verhinderte in den letzten drei Spielrunden in der Bezirksliga Giessen zweimal erfolgreich den Abstieg, die Mannschaft überzeugte dabei mit kämpferischen Tugenden und großer Moral gegen teilweise spielstärkere Teams. 

In all diesen letzten 10 Jahren waren mit Manfred Lemischko, Ottmar Wagner, Ronald Baumbach, Dirk Speier und Rainer Klaus im Sportkreis Giessen bekannte und renommierte Trainer in Langgöns tätig, wobei mit wechselndem Erfolg auch ein wenig die Konstanz der Mannschaft litt.

Aktuell steckt unser Team, unter Interims-Trainer Mark Wedel, leider wieder im hinteren Tabellendrittel, aber die Abstiegskampf-Erfahrungen der letzten Jahre werden hoffentlich helfen, die Bezirksliga zu erhalten.

Und heute:

 

  • Dank der seit vielen Jahren tätigen Schiedsrichter Rainer Blach, Karl-Heinz Schad, Peter Falk und Dieter Hampel erfüllt der Verein sein Schiedsrichterkontingent und muss keine Punktabzüge oder Strafgelder hinnehmen
  • bei den 'Alten -Herren' ist es unter der Leitung von Wolfgang Bunzek und Bernd Mohn gelungen, im sportlichen Bereich einige Erfolge (diverse Turniersiege, Hüttenpokalsieger) zu erzielen. Hierbei kam der gesellige Teil bei den zahlreichen Aktivitäten nicht zu kurz
  • Für den TSV nehmen 16 Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil
  • Unsere D-Jugend wurde Vizekreismeister in der Halle und belegt in der Bezirksliga einen guten Mittelfeldplatz
  • Seit Jahren nehmen Jugendmannschaften des TSV an dem überregionalen VW-Cup teil
  • Die Frauenmannschaft führt die Tabelle der Bezirksliga Giessen an
  • Im Mädchenfußball sind wir in allen Altersklassen erfolgreich vertreten und stellen bei den U14 und U 16 den Kreismeister 
  • die 'Mittwochsfrauen' sind nun seit fast 40 Jahren sportlich und gesellschaftlich aktiv
  • Das Vereinsheim ist Schmuckstück und Treffpunkt der TSV-Fußballer